Geschäftsführeramt in der Insolvenz

Wird über das Vermögen einer GmbH ein Insolvenzverfahren eröffnet, stellt dies grundsätzlich nach § 60 I Nr. 4 GmbHG einen Grund dar, die Gesellschaft aufzulösen. Ein Insolvenzverfahren geht immer mit einschneidenden Veränderungen einher. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bewirkt allerdings nicht, dass der Geschäftsführer der Gesellschaft automatisch sein Amt verliert. Sein Amt behält der Geschäftsführer bis zu der Vollbeendigung der Gesellschaft vielmehr bei. Der Aufgaben- und Pflichtenkatalog des Geschäftsführers wird allerdings ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens zugunsten des Insolvenzverwalters deutlich beschränkt.

Ein Großteil der Aufgaben und Pflichten stehen ab Eröffnung des Verfahrens nunmehr dem Insolvenzverwalter zu. Beispielsweise zu nennen ist die Pflicht zur Buchführung gem. § 41 GmbHG i.V.m. § 155 I 2 InsO oder aber auch der Übergang der Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis gem. § 80 InsO. Dennoch bleiben Amt wie auch einige Pflichten des Geschäftsführers bestehen: Er ist z.B. gem. § 97 II InsO zur Unterstützung des Insolvenzverwalters angehalten und gem. §§ 101 I 1 , 97 I 1 InsO zur Auskunft verpflichtet. Weiterhin muss er immernoch Änderungen in der Geschäftsführung bzw. der inländischen Geschäftsanschrift anmelden.