Money never sleeps: Geschäftsführergehälter 2014

Große Zeitungen bringen Chroniken heraus, manch ein familiärer Jahresrückblick durchquert auf elektronischen- oder Postwege die Bundesrepublik. Erstaunlich schnell lässt sich ein Jahr in Zahlenkolonnen und Statistiken zusammenfassen. Eine für Gesellschafter einer GmbH wie auch deren Geschäftsführer sehr wichtige Statistik kommt wie jedes Jahr aus dem Hause BBE media. Dort hat man es sich zur Aufgabe gemacht die Gehälter von Geschäftsführern deutscher GmbHs zu erfragen und anschließend statistisch aufzuarbeiten.

Manch einer mag sich an dieser Stelle fragen, ob das Wissen um diese Zahlen außer bei der nächsten Gehaltsverhandlungsrunde eine große Rolle spielt. Dies lässt sich klar mit einem „Ja“ beantworten. Wie bereits in einem früheren Artikel erwähnt, kann ein Branchenvergleich der Gehälter das schneidendste Argument gegen eine im Raum stehende verdeckte Gewinnausschüttung darstellen.

Genug Geplänkel – tauchen wir in das Zahlenwerk ein!

Jahresgesamtbezüge

Als solche versteht man die Gesamtschau aller Geldwerten Positionen die einem Geschäftsführer von der Gesellschaft zukommen. Also nicht nur das Bruttofestgehalt sondern auch Vorsorgeleistungen, Dienstwagen, Tantiemen und Pensionsrückstellungen. Betrachtet man Median und oberes Quartil der Einkommensverteilung setzen sich Gesellschaften aus der Industrie im Vergleich zu anderen Branchen klar ab – die höchsten der erfragten Gesamtbezüge kann allerdings ein Geschäftsführer aus dem Großhandel für sich verbuchen i.H.v. 2.626.760 € p.A.

Insgesamt reicht die Spanne von deutlich unter 50.000 € bis deutlich über 2 Mio. €, wobei der Durchschnitt zwischen 70.000 € und 250.000 € liegt.

Branche Höchstwert Oberes Quartil Median
Dienstleister 979.740 191.901 146.770
Einzelhandel 526.880 174.310 136.497
Großhandel 2.626.760 204.034 163.174
Handwerk 1.115.150 161.379 129.935
Industrie 2.013.300 235.308 170.987

Quelle: BBE-Studie „GmbH-Geschäftsführer-Vergütungen 2015“, BBE media, Neuwied

Neben der jeweiligen Branche haben sich andere Faktoren herausgebildet die sich stark auf die Vergütung auswirken. Eine dieser Stellgrößen ist der Jahresumsatz der Gesellschaft. Liegt dieser bei 1 Mio. € zieht er im Median Vergütungen von 111.110 € nach sich. Bei 5 Mio. € erhöht sich die mediane Vergütung auf 153.182 € und bei 25 Mio. € auf 200.188 €. Ebenso wirken sich die Mitarbeiterzahl und die Ertragslage der Gesellschaft auf die Höhe der Vergütung aus, wobei zwischen Jahresumsatz und Umsatzrendite Wechselwirkungen auftreten.

Insgesamt kann konstatiert werden, dass das Mittel der Bezüge sich im Vergleich zum Vorjahr um 6,4% verbessert hat.

 

Tantieme, Altersversorgung und Dienstwagen

Nach wie vor erfreuen sich variable Vergütungselemente einer großen Beliebtheit – entsprechende Regelungen zur Tantieme finden sich dementsprechend in 81% aller Anstellungsverträge. Der Gewinn vor Steuern stellt bei 82% der Gesellschaften die relevante Stellschraube dar, wobei sich bei höherer Umsatzrendite auch die Tantieme erhöht. Während im Spitzenbereich auf diesem Wegen 995.000€ ausgeschüttet wurden, erhalten 27,5% aller Geschäftsführer eine Tantieme unter 50.000€.

Eine Regelung zur Altersversorgung in welcher Form auch immer können fast alle Befragten aufweisen. Nach wie vor erfreuen sich Direktversicherungen mit knapp 86,8% höchster Beliebtheit. Aber auch Pensions- und Unterstützungskassen befinden sich mit nun 33,3% auf dem Vormarsch. Eine Pensionszusage weisen auch immerhin 30% der Geschäftsführer auf – dies betrifft zumeist Geschäftsführer die dem entsprechenden Unternehmen schon lange verbunden sind.

Mit 88,8% ist ein Dienstwagen, der auch privat genutzt werden kann eine der verbreitetsten Zusatzleistungen. Während die GmbHs hierfür kein Entgelt verlangen, muss der geldwerte Privatnutzungsvorteil versteuert werden, wobei die meisten Geschäftsführer sich hierbei der pauschalen Ein-Prozent-Methode bedienen. Obgleich man den Zeitungen immer wieder Lobeshymnen über die Tesla-Ingenieure vernehmen kann, sind deutsche GmbH-Geschäftsführer bislang anscheinend nicht überzeugt. Vier Fünftel aller Geschäftsführer bevorzugen deutsche Fabrikate, wobei Mercedes mit 22% mal wieder das Feld anführt.

Benno von Braunbehrens

Benno von Braunbehrens

Rechtsassessor Benno von Braunbehrens befasst sich seit Jahren mit Themen rund um das GmbH- und Gesellschaftsrecht.

Nach seinem Studium an der Ludwigs-Maximilians-Universität mit Schwerpunkt Kapitalgesellschaftsrecht absolvierte er sein Referendariat an dem Oberlandesgericht München. Seine Ausbildung führte ihn u.a. zu einem Venture Capital Fond in Kopenhagen, wie einer großen Wirtschaftskanzlei in New York.
Benno von Braunbehrens